Di 29.09.
20:30
Regie
Flora Gomes
Guinea-Bissau / 1988
96 Min.
/ DCP
/ OmeU
Kino
Arsenal
zu dem KalenderZu Gast: Cecilia Cenciarelli, Aboubakar Sanogo
Diese Restaurierung ist Teil des „African Film Heritage Project“, einer Initiative des „World Cinema Project“ der Film Foundation, der FEPACI und der UNESCO – in Zusammenarbeit mit der Cineteca di Bologna –, die afrikanische Filme aufspüren, restaurieren und verbreiten will.
„Der Krieg begann, als ich noch ein Jugendlicher war. Meine Familie zog von Cadique in eine andere Region, und dort begegnete ich Amílcar Cabral. Ich hatte einen großen Mann erwartet und traf tatsächlich auf einen Riesen! Cabral wollte die Geburtsstunde unseres Landes dokumentieren; deshalb schickte er eine Gruppe von uns nach Kuba, damit wir am Instituto Cubano del Arte e Industria Cinematográficos (ICAIC) studieren konnten. Nach meiner Rückkehr bat er uns, das Leben in den befreiten Gebieten zu dokumentieren – den Krieg, aber auch den Alltag der Menschen auf dem Land und wie das Leben unter portugiesischer Herrschaft ausgesehen hatte. Er hatte eine klare Vision davon, was das Kino bewirken konnte. Wir übernahmen ein Land mit einer sehr hohen Analphabetenrate, und deshalb wollte Cabral, dass wir das Leben in Bildern und nicht in Worten darstellen. Sein Ziel war nicht nur die Befreiung von Kap Verde oder Guinea-Bissau, sondern unsere Befreiung von Angst und Unwissenheit: Er hätte in Waffen investieren können, doch stattdessen gab er uns Kameras. (…) MORTU NEGA erzählt die Geschichte einer Frau, die sich entscheidet, am Kampf teilzunehmen, weil sie selbst frei sein will (…). Doch sie sehnt sich auch nach ihrem Mann. Sie sucht ihn monate-, jahrelang. Die Geschichte endet, als klar wird, dass Cabral tot ist; alles, was er aufgebaut hatte, wurde zunichtegemacht. Diminga, die alles verloren hat, kehrt in ihr Dorf zurück, entschlossen, das Land zu bestellen. Es mag so scheinen, als sei der Kampf vorbei, doch das ist er nicht.“ (Flora Gomes, Il Cinema Ritrovato, Festivalkatalog)
Cecilia Cenciarelli ist Head of Research & Special Projects an der Cineteca di Bologna, wo sie seit 2000 tätig ist, und gehört seit 2018 zu den künstlerischen Co-Direktoren des Il Cinema Ritrovato Festival. Seit 2007 hat sie die Restaurierung von mehr als sechzig Filmen im Rahmen des World Cinema Project betreut, einer Initiative der Film Foundation, die sich der Erhaltung und Verbreitung des nicht-westlichen Filmerbes widmet. Sie leitete die Digitalisierung, Katalogisierung und Forschung der Charlie Chaplin und Bernardo Bertolucci Archive. Sie ist Mitglied des FIAF Executive Committee.
Aboubakar Sanogo ist Associate Professor für Film Studies an der Carleton University in Ottawa, Kanada. Er ist Mitherausgeber des Sammelbands Global Circulations of Film Theory mit Sarah Cooper, der bei der Edinburgh University Press erscheinen wird. Derzeit arbeitet er an der Fertigstellung von zwei Manuskripten zur Geschichte des Dokumentarfilms in Afrika und zu Filmen von Med Hondo sowie an einem Sammelband über den legendären Regisseur. Als nordamerikanischer Regionalsekretär für die Pan African Federation of Filmmakers (FEPACI) initiierte und betreut er das FEPACI Archival Project. Er war wegweisend an der Einrichtung des African Film Heritage Project (AFHP) beteiligt, einer wichtigen Initiative zur Film-Konservierung und -Restaurierung, in Partnerschaft mit Martin Scorseses The Film Foundation und der UNESCO, in Zusammenarbeit mit der Cineteca di Bologna.
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